Der entscheidente Meter

Oft höre ich wie toll doch das neue Zelt ist welches sich der Angler XY geleistet hat, wie super die Multifunktionskühlbox funktioniert, und wie viel Kugellager doch die neue Rolle der Firma Sowieso besitzt. Keine Frage alles Dinge die in gewissen Situationen absolut ihre Berechtigung haben, doch es gibt eine „Kleinigkeit“ die immer bestens funktionieren sollte. Und das ist wie ich es nenne „der entscheidende Meter“ am Ende des ganzen Tackles, nämlich der, der den Fisch fangen soll!
Der entscheidende Meter teilt sich meiner Meinung in 4 Hauptbestandteile auf. Zum ersten der Haken inklusive Verbindung, das Vorfachmaterial, die Methode wie ich das Blei in Szene setze und dem Leader bzw. Leadcore etc. welches  noch vor dem Vorfach, sprich als Zwischenstück von Rig und Hauptschnur eingebunden wird. Aber alles der Reihe nach.


Der Haken3

Für mich der wichtigste Teil meiner gesamten Ausrüstung. Habt ihr schon mal versucht mit einem perfekt getarntem Zelt oder einem „Supermegahyperboiliewurfrohr“ einen Fisch zu fangen…nein klar nicht, wie auch? Mit nur einem Haken und evtl. noch einer Schnur kann man das aber. Man mag es kaum glauben aber mit zwei so einfachen Dingen kann man bereits Fische fangen. Ob es nun Sportangeln in unserem Sinn ist sei dahingestellt, doch wer es tun muss um zu überleben ist mit diesen zwei Dingen besser beraten als mit einem Funkbißanzeiger oder einer  extra breiten Luxusliege. Also der Haken. Ein Gerät welches sich nie wirklich stark verändert hat. Anfangs noch eher glänzend und meist mit geraden Hakenspitzen,  gibt es mittlerweile teflonbeschichtete Modelle und für alle möglichen Einsatzmöglichkeiten die passende Formung. Langer Schenkel, kurzer Schenkel, starker Draht, dünnerer Draht, gebogene Spitze, gerade Spitze usw. Alle haben sie ihre Berechtigung und ein jeder seine persönlichen Favoriten. Gehen wir genauer drauf ein. Ich verwende in der Regel Haken in den Größen 6 bis maximal 2. Ich denke kleiner braucht man „fast“ nie und größer wäre ein Fall für den Waller fang. Meine Favoriten hier sind Haken der Firma Fox, Nash und Korda. Der Fox SSC ist genauso wie der Nash Fang X meine erste Wahl wenn es darum geht Standardrigs zu binden. Den Korda Longshank X und den Fox LSC setze ich sehr gerne in Verbindung mit einem Pop up ein. Hier binde ich meist einen einfachen No-Knot. Doch will ich die scheuen Fische an den Faden bekommen versuche ich das 360° Rig. Dieses dreht in allen Richtungen sicher in das Maul des gejagten Wildes ein. Als Haarmaterial verwende ich ganz dünne Schnüre oder Zahnseide. Der Köder muss keine Belastungen stand halten und dünner ist unauffälliger und das zusammen addiert ergibt mehr Bisse. 

 

 

360° Rig flexibel, praktisch und effizient
 

Den Nash Fang Twister verwende ich gerne wenn ich meine ein Blow-Out-Rig ist fängiger als andere Präsentationen. Der Grund ist einfach. Durch den Ring drückt das gesamte Gewicht des Köders auf die Hakenspitze, somit fällt es dem Fisch schwer den Köder inklusive dem Haken wieder los zu werden. Darum auch Blow-Out-Rig.  Funktioniert besonders in den kalten Jahreszeiten bestens, da die Fische sehr vorsichtig beißen und obendrein sehr wenig Nahrung aufnehmen.   Für  Stiffrigs kommt bei mir der gute alte Fox XS zum Einsatz. Diese Variante setzte ich eher selten ein, doch hat es in gewissen Situationen seine absolute Berechtigung. Ein klarer Baggersee! Ich möchte ein Pop up anbieten. Jetzt der Clou. Ich binde ein Chod-Rig. Eine Variante die mir und vor allem einen guten Freund schon sehr viele Fische beschert hat. Aber warum? Herkömmliche Präsentationen brachten keine Bisse. Also reizten wir die Fische mit auffälligen Treibködern in grellen Farben wie Weiß, Gelb und Pink, und damit der Fisch keinen Verdacht in das leckere Angebot schöpft muss die Schnur unsichtbar sein. Also ein Fluorocarbonmaterial,  angeboten in der „D“ Rigvariante. Das ganze über einen leichten Partikelteppich…é voilá, wir fingen Fische. Diese Wunderwaffe bescherte meinem Freund seinen personal Bhttp://localhost/aquaborne/administrator/index.php?option=com_content&view=article&layout=edit&id=47est.
 

 

Das Chodrig brachte Fisch

Natürlich gibt es noch den ein oder anderen Hakentype in meiner Box, doch zu 90 Prozent landen bei mir die genannten Eisen im Wasser. Und warum genau diese? Weil ich mit diesen Produkten bis jetzt sehr gute Erfahrungen gemacht habe und ich Vertrauen in diese  so wichtige Metalteile habe. Für noch sehr wichtig halte ich das der Haken absolut scharf ist. Angenommen man befischt ein sehr schwieriges Gewässer. Man muss damit rechnen dass man in mehreren Tagen nur wenige Bisse oder überhaupt nur einen bekommt, und genau dann möchte ich nichts dem Zufall überlassen. Der Haken muss sich sicher in das Maul des Karpfens eindrehen. Darum wechsle ich zu gegebenen Anlass stets meine Haken. Sicher ist sicher! Und wer das Geld für diese „Kleinigkeit“ nicht aufbringen will, muss damit leben den ein oder anderen vielleicht hart ausgesessenen Fisch in letzter Sekunde zu verlieren.

 

 Welcher soll es denn diesmal werden?           

 

 

 

 

 

 

 

 Ein Pop-up Kiesgruben Schuppermann!

 

 

 

 

 



Das Vorfachmaterial

Ein schier unendliches Thema. Hier gibt es genauso wie bei vielen anderen Endgameprodukten eine Auswahl, wo man nicht mehr genau wissen kann welches nun besser oder schlechter ist! Ich denke ohnehin dass es keine schlechten Materialien mehr gibt. Es kommt immer nur auf die Situation an wann ich wo welches Material verwende. Nun was ist jetzt eigentlich ein Vorfachmaterial und was muss es können? Es muss abriebfest sein, gut getarnt am Boden liegen und mir den Fisch sicher landen. Es sollte auch gut zu verarbeiten sein, sprich es sollte keine Probleme bei Knoten jeglicher Art geben und soll noch dazu absolut Reiß und Bruchfest sein. Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit dies alles auf einen Nenner zu bringen. Doch es gibt solche Materialien und wie ich schon vorhin geschrieben habe schaffen dies die meisten welche am Markt zu finden sind. Ich angle seit mehreren Jahren fast ausschließlich mit Materialien der Firma Kryston. Diese sind schon ewig auf dem Markt und ich denke, dass sehr viele von euch werte Leser diese  Schnüre zu ihren  absoluten Favoriten zählen. Egal ob „normale“ Geflechte oder Ummantelte, Fluorolinks oder doch extra abriebfeste Schnüre. Egal was, Kryston hat das Material welches ich in jeder X-Beliebigen Situation brauche. Ich will hier nicht alle aufzählen, denn das würde den Rahmen sprengen und außerdem sollte dies keine Werbevorstellung sein. Ich möchte nur damit ausdrücken das ich persönlich schon lange sehr zufrieden mit den Produkten bin die diese Firma produziert. Auch kommen bei mir Schnüre der Firma Aquaborne (Snag Cord) und Korda (N-Trape) zum Einsatz. Mit beiden bin ich absolut zufrieden. Doch wie kann ich nun meine Fangchancen optimieren. Ich binde mir einmal prinzipiell keine Rigs vor. Dies geschieht meistens am Wasser. Man sollte seine Vorfächer immer der Situation direkt am Wasser anpassen. Es wird mir nichts bringen stur mit einer Montage zu angeln die mir über Tage keinen Fisch bringt, nur weil ich sie zu Hause so schön und mit viel Mühe gebunden habe oder weil die Länge überhaupt nicht mit den Aktivitäten der Fische übereinstimmt oder, oder, oder.  Kommen, schauen, denken und siegen bzw. fangen. So sollte es sein und nicht irgendwie andersrum. Also ich versuche mich vor Ort zu erkundigen wie aktuell gefangen wird, wie die Fische Futter annehmen etc. So kann ich unter Umständen Rückschlüsse ziehen und  mir ein Bild machen wie ich mein Vorfach zu binden habe. Nur wann setze ich was, wo ein? An den Baggerseen an denen ich angle kommt es häufig vor das ich mit Muscheln und sonstigen scharfen Gegenständen sowie auch Kraut und eventuell sogar versunkenen Bäumen bzw. Geäst konfrontiert werde. Hier sollte man auf stärkere Materialien ab 30 Pfund zurückgreifen. Sie versichern mir bei Reibungen im Drill mit einem Ast oder über  Steinen dass das Vorfach hält. Ich erinnere mich gerne an ein Erlebnis zurück welches mir bei schwächeren Materialien vermutlich den Fisch gekostet hätte. Ein Fisch flüchtete nach dem Anbiss sofort in das etwa 10 Meter hinterm Spot gelegene Dickicht in Form von Unterwasserbüschen. Natürlich zog er dort noch fröhlich zwei bis drei Runden und stellte sich dann neben eine Wurzel. Ich eilte mit dem Boot hinterher um ihn aus dieser misslichen Lage zu befreien. Nach etwa 45 Minuten nervenaufreibenden Drill mit der „Hand“ konnte ich den Fisch ins Freiwasser führen und ihn dann Landen. Ein Ummanteltes Material in der Stärke 35 verhalf mir den Fisch doch noch in die Linse zu halten. Hätte ich dort ein feineres Material gewählt wäre ich mit Sicherheit leer ausgegangen. Auch der Haken spielte eine große Rolle. Ein Fox SSBP in Größe 4 hielt sicher im Maul des Karpfens.

 

 

Der Buschschuppi

Szenenwechsel! An einem kleinen Teich bei uns in der Steiermark ist es genau umgekehrt. Die Fische sind scheu, hatten schon öfters Kontakt mit Haken und sind noch dazu sehr launisch. Auch gibt es hier keine Hindernisse im Wasser. Feines Material ist also angebracht. Ein Kryston Silkworm in der Stärke 15 Pfund und ein Nash Fang X in der Größe 6 halte ich hier für absolut ausreichend. Ein Line Alinger Tube von PB für noch bessere Hakeigenschaft, da sich der Haken sehr schön durch den Winkel ins Maul dreht,  denn die Bisse kommen meist sehr zaghaft und ein Inliner Würfelblei mit 90 Gramm da ich keine wirklichen Weiten erreichen muß, da das Würfelblei ohnehin nicht der Weitenspezialist ist. Geduld und Gefühl  im Drill ist dann noch gefragt und ich kann auch so meine Fische fangen. Denn eines muss man sich immer vor Augen halten. Ich muss um einen Fisch zu fangen erst einmal den Anbiss bekommen.  Ich habe an einem anderen See in meiner Nähe schon erlebt dass manche Angler alle drei Ruten mit Pop Up Montagen bestückt haben. Und ja es wurde definitiv nur mit Pop Up gefangen. Wenn ich nun meine Vorfächer einsatzbereit mache, streiche ich gerne noch ein paar Mal mit einem Knetblei über die gesamte Länge des Rigs, denn dann kann ich sicher sein dass das Material auch wirklich am Grund liegt. Ein Aquariumtest öffnete mir hier die Augen. Man mag gar nicht glauben wie schön so ein Schnurbogen nach oben steht wenn das Ganze nicht gestreckt ist. Versucht es mal, ihr werdet staunen. Ein wenig Knetblei verrichtet hier super Dienste. Darum ist auch dies ein wichtiger Bestandteil in meiner Tacklebox. Vorsichtig sollte man auch beim binden sein. Eine verletzte Faser oder ein Knoten mitten im Vorfach ist für mich Grund genug das ganze nochmal von vorne zu beginnen. Denn ist man zu faul solche Dinge zu beachten hat man nach dem Verlust des Fisches viel Zeit über seinen Fehler nachzudenken, wenn man plötzlich nur noch mit einem kleinen Stück des Vorfaches dasteht und man genau weiß dort war der Knoten den ich nicht sehen wollte. Beim Vorfach gibt es keine Kompromisse. Es muss alles perfekt passen.

 

 

 

 Die Auswahl ist schier unendlich…                                                               Perfekt angepasst…
 
Das Bleisystem


Torpedo, Gripper, Zipper, Teller, Strömung, Würfel, Kugel, Birnen um nur einige zu nennen. Inliner oder Einhänger. In den Farben Grün, Schwarz, Braun, Sand oder das ganze aus Naturstein, ja sogar durchsichtige „Bleie“ gibt es bereits am Markt. Gewichte von bis. Die Auswahl kennt auch in diesem Segment keine Grenzen. Doch warum ist das Bleisystem bzw. das Blei so wichtig? Da ich zu 90 Prozent meiner Angelei meine Montagen mit dem Boot ausfahre ist für mich das Blei eher nicht gedacht um extreme Weiten zu erzielen, nein viel mehr um meine „Fallen“ am Platz zu halten und einen schönen Hakeffekt zu erzielen. Da ich sehr oft an Baggergruben mein Unwesen treibe greife ich sehr gerne auf Natursteine zurück.  Erstens ist die Anschaffung um ein vielfaches billiger als Blei selbst, zweitens kann ich mir Diese sehr leicht selber basteln und drittens finde ich den Tarneffekt besser als mit einem Gripper oder ähnlichem. Also auch hier sollte man das Ganze den Gegebenheiten anpassen. Es gibt Gewässer wo so mancher Hotspot eben nicht in Wurfdistanz ist. Ein Boot ist hier natürlich Grundvoraussetzung. Ich lege meine Montage auf eine Distanz über 150 Meter aus. Punktgenau in einem Krautloch und perfekt präsentiert geht es dann zurück an den Platz. Jetzt muss eben dieser Stein mit einem hohen Gewicht dafür sorgen dass die Montage genau so liegen bleibt wie ich Diese abgelegt habe. Nur allzu logisch das ein 90 Gramm Torpedo diese Aufgabe nicht erfüllen kann. Es würde durch die kleinste Schnurspannung sofort vom gewählten Spot rollen und alles wäre für die „Katz“ gewesen.  In einem kleinen Weiher der zum Großteil mit Schlamm bedeckt ist wird ein Stein weniger Sinn machen. Hier verwende ich gerne Bleie in sehr dunklen Farben. Schwarz wird hier am besten funktionieren. Die Umstände wie ich dort meinen vermeintlichen Fangplatz erreiche entscheidet welche Bleigewichter zum Einsatz kommen. Will oder muss  ich werfen kommt klarerweise ein Zipper, Torpedo usw. zum Einsatz. Am besten Inliner oder Helicoptermontage. Hierbei besteht nicht so die Gefahr einer Verwicklung. Denn in so einem Fall wäre bis zur nächsten Kontrolle das ganze Vorhaben Fische zu fangen nicht ganz realistisch. Angle ich mit Einhängbleien so vertraue ich meist auf das Helicoptersystem oder binde mir als Vorfach ein Stiffrig. So umgehe ich die Verwicklungsgefahr. Muss ich also meine Montage auf einem Spot um die hundert Meter befördern verwende ich folgenden Aufbau. Ein Stiffrig in Form einer „D“-Variante, ein Inlinerblei  in Torpedoform da es unglaublich gute Flugeigenschaften besitzt, ein Leadcore und zumeist eine geflochtene Schlagschnur in der Stärke 0,19 bis 0,23 um einen Abriss beim Wurf zu verhindern. Als Wurfgerät eine Rute um 3 Pfund Testkurve und eine kleinere Stationärrolle mit einer 0,30er als Hauptschnur. Alternativ und ebenfalls tausendfach bewährt hat sich das Helisystem. Vorfachmaterialien um die 25 Pfund, am Leader die zwei typischen Helirigperlen, ein Torpedoblei und auf geht’s. Auf Grund der Rotation die das Vorfach jetzt macht, entstand der Name des Systems. „Helirig“ Auch hier ist Verwicklung fast ausgeschlossen. So gelingt auch einem eher ungeübteren Werfer ein satter Wurf auf diese Distanz ohne dabei nachdenken zu müssen ob die Montage nun sauber am Grund liegt oder doch verheddert sein könnte. Lege ich die Montagen mit dem Boot auf den Spot so kommen Gripperbleie zum Einsatz. Dunkle Farben und schwerere Gewichte sind da meine erste Wahl. Diese sorgen durch ihre Noppen für sicheren Halt am Boden. Egal ob es jetzt Schlamm oder eine Kiesbank ist. Es sei auch erwähnt dass sich diese Bleiform perfekt für Flüsse eignet. Durch die vorhin beschriebenen Noppen keilt sich das Blei in den Grund und die Montage bleibt dort wo ich sie haben will. Ich versuche so gut es geht höhere Bleigewichte zu verwenden.  Ich bin der Meinung, je höher das Gewicht desto besser und sicherer der Hakeffekt. Soll jetzt nicht heißen das ich Steine oder Bleie mit einem Kilogramm und mehr verwende, doch 250 bis 400 Gramm dürfen es schon sein, da ich meine Clips sowieso anschneide löst sich hier das Blei/Stein sehr schnell und kann so beruhigt ohne dem Gewicht drillen.  Der Grund liegt auf der Hand. Distanzen von mehr als hundert Meter verlangen diese Gewichte um meine sorgfältig ausgelegten Präsentationen sicher am Platz festzuhalten. Wie schon erwähnt sollte man sich auch hier seine Gedanken machen um am jeweiligen Gewässer die richtige Taktik zu erkennen und im Endeffekt auch auszuführen.

 


Ein Stein mit über 300g hielt die Montage punktgenau am vermutlich richtigen Platz

Der Leader

Ein Thema wo viele Meinungen auseinander gehen. Versucht hab ich schon so einiges. In meiner Anfangszeit spielte diese Verbindung eher eine untergeordnete Rolle. Doch im Laufe der Jahre hab ich erkannt daß dieses „Verbindungsstück“ doch eine wichtige Rolle über fangen oder nicht fangen spielt. Ja und auch das Schuppenwild will ordentlich behandelt werden. Den hier beginnt bereits Carpsafety. Eine dünne Monoschnur in einem harten Drill hat schon einige Schuppen auf dem Gewissen. Die Fischschonendste Variante ist hier ganz bestimmt die Anti-Tangle-Tube. Sprich ein Silikonschlauch der über die Hauptschnur oder evtl. Schlagschnur gezogen wird. Dieser Schlauch kann perfekt und sicher über die Flanke des Fisches im Drill gleiten bzw. rollen und wird sich nicht unter die Schuppen „fressen“ und diese eben ausreißen. Der Vorteil scheint hier klar und deutlich. Doch der oder die Nachteile sind eben auch so eine Sache. Das einfädeln der Schnur in den Schlauch ist ein meinen Augen sehr lästig und nervenaufreibend und auch der Auftrieb der durch die geringe Luft die immer entsteht, ist eher kontraproduktiv, wenn es darum geht getarnt den Köder zu präsentieren. Also muss was anderes herhalten. Leadcore, eine sehr beliebte und auch weitverbreitete Variante. Ich verwende Leadcore als Leader sehr  gerne. Erstens liegt der entscheidende  Meter super flach am Boden und zweitens kann dieses Material auch perfekt über das Schuppenbild des Karpfens hinweg gleiten. Vorausgesetzt das Material ist nicht zu dünn. Ich Verwende hier seit einiger Zeit das Leadcore von Aquaborne. Es ist super zu splicen ist sehr robust und hat einen perfekten Durchmesser.  Auch dicke Monoleader  kann man zwischen Hauptschnur und dem Rig schalten. Sie könnten im Falle eines „Unterwasserbaumes“ das Zünglein an der Waage sein. Eine dicke Monoschnur rutscht bis zu einem gewissen Grat sehr gut über solche Hindernisse, während sich geflochtene Schnüre gerne in Ästen einschneiden. So bleibt die Hoffnung auf ein umdrehen des Fisches, ein wenig Glück, Geduld und Fingerspitzengefühl des Anglers und der Drill kann weitergeführt werden.  Ebenso gibt es auch andere Varianten. PU-Leader, sind in letzter Zeit sehr gerne von vielen Karpfenanglern in Mode gekommen. Hier hat Korda mit dem Save-Zone Kamo Leader ein tolles Produkt auf den Markt gebracht. Es liegt superflach am Boden, wird in mehreren Farben gefertigt und puffert schnelle Fluchten zusätzlich zur Bremse und der Rute ab. Doch ein kleines Problem gibt es. Die Schlaufen haben bei dem ein oder anderen schon für Fischverlust kurz vor dem Kescher gesorgt. Die Hauptschnur hat sich in diese Schlaufe geschnitten und sie am Ende ganz gekappt. Ich will hier aber das Können dieses Produktes absolut nicht schmälern, es ist ohne Frage eine ausgezeichnete Alternative zu Leadcore und Co. Seit einigen Jahren gibt es solche Leader auch von der Firma Aquaborne. Das Interessante an diesen Produkten ist das die Schlaufe aus einem Hohlgeflecht bestehet. Sprich, wie bei einem Leadcore, doch nach wenigen Zentimetern wird das PU-Material eingespliced. Hier gibt es die Varianten „Stretch Out“ oder die halbe-halbe Variante das „Split-Linx“. Hier besteht mittig eine Verbindung zwischen PU-Material und Leadcore. Das ganze gibt es in schlammbraun und durchsichtig und in verschiedenen Längen. Ein Material welches all meine bisherigen Leadermaterialien fast ausschließlich ersetz hat. Vor kurzen befischte ich ein Gewässer mit sehr vielen Seerosen. Ich wählte einen SSBP in der Größe 2, ein Quicksilver in 45 Pfund angeboten als Line Alinger, einem 150 Gramm Inliner-Gripper und als Leader ein 1,5 Meter langes Strech-Out in schlammbraun.  ich bekam einen Biss in drei Tagen. Ich wusste schon im Vorhinein das es ein Kampf auf biegen und brechen werden würde. In dieser Situation im Seerosenfeld musste ich die Rollenbremse weiter zumachen da ich sonst keine Chance hatte die Stiele zu schneiden. Kaum war dies geschehen setzte der Fisch zur nächsten Flucht an. Und genau da wusste ich dass ich mich auf das Strech-out verlassen kann. Hier benötige ich diesen Puffer der mir genau so ein Zeitfenster öffnet damit ich die Bremse wieder aufmachen kann. Adrenalinkick pur wenn man einen kampfstarken Karpfen durch so einen Tschungel manövrieren muss. Der Lohn war ein Traumspiegler um die 20kg Marke. Zum Schluss vor dem befestigen der Hauptschnur zum Leader fädle ich immer noch ein sogenanntes Runing Back-Lead auf. So kann ich mir sicher sein das mein entscheidender Meter wirklich das tut wozu er das ist. Flach und fast unsichtbar am Boden liegen und mir somit die Chance auf einen Anbiss erheblich steigern.

 

 


Split-Linx, Baits und eine Montage…die fängt???
 

Wie eingangs schon erwähnt zählen für mich diese Kleinigkeiten sehr viel und entscheiden meist über ein positives oder eher negatives Ergebnis am Ende des Ansitzes. Mit ein wenig Gefühl, dem richtigen Riecher und einer Portion Glück sollte man in der Lage sein, sich seinen letzten entscheidenden Meter so zusammen zu stellen das er im Endeffekt nahezu perfekt vor dem Maul des Fisches arbeitet und Ihn keinen Verdacht schöpfen lässt einen Anbiss auf die vermeidlich leckere und doch verhängnisvolle Praline zu wagen. Welcher Bait dann am Haar hängt sei jedem selber überlassen, weil das ist eine ganz andere Geschichte. Ich hoffe ich konnte euch an paar Anregungen bezüglich Vorfach, Leader und Co geben und wünsche Euch viel Erfolg und schöne Stunden am Wasser.

 

 

 

Stretch-Out in schwarz, 150g Gripper-Inliner und ein 2er SSBP, der Weg zum Erfolg!

 

Thight Lines und viele Dicke

Philipp „Pirsti“ Pirstinger

 

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