Von Carphuntern, Partytigern, Freunden und anderen Gesellen…

Ich möchte hier einen kleinen Rückblick über vergangene Tage schreiben die mein Leben nicht nur geprägt haben, nein sogar verändert haben! Die folgenden Zeilen sind bestimmt kein Einzellfall, denn ich glaube es gibt bestimmt sehr viele Jungs da draußen denen es gleich ging wie mir. Ein etwas anderer Bericht über Freundschaft, Freude an unserem Tun, die Jetztzeit des modernen Karpfenangelns und warum es das Hobby meines Lebens ist!
 
Die ersten Jahre


Es ist lange her als ich zum ersten Mal mit diesen komischen Kreaturen aus dem kühlen Nass in Kontakt getreten bin. Ich war 7 als mich mein Onkel zum ersten Mal mit an ein nahe gelegenes Wasser genommen habe. Aus diesem Ausflug wurde sogar die erste „Nachtangelsession“. Was ich damals noch nicht wusste war das mich der Virus „Natur, Angeln und Karpfen“ schon sehr früh befallen hat! Es folgten wilde Jahre mit verschiedensten Lernszenarien. Geangelt wurde auf alles was sich im Wasser bewegt. Egal ob Karpfen, Schleie, Hecht, Barsch und Co. Jeder Fisch war was ganz besonderes!

 

 

Jeder Fisch war und ist immer etwas Besonderes

Eines war aber immer schon ganz wichtig. Mit Freunden die gemeinsame Jagt nach den beschupptem Wild zu machen. Und das sollte mein späteres Leben prägen!

Ich war mit X-Leuten anfangs am Wasser unterwegs. Doch seit gut 6 Jahren sind es immer die gleichen mit denen man Tag und Nacht das gleiche Wasser beangelt, denselben Fisch nachstellt und beim Schlafen die gleiche Zeltwand anstarrt! Und genau diese Jungs sind nun nicht mehr nur die Angelkollegen sondern die besten Freunde. Mit ihnen sitzt man nicht nur am Wasser sondern geht abends einen Trinken, ist bei diversen Familienfeiern eingeladen, es geht sogar soweit das man sich alles Private erzählen und anvertrauen kann. Danke einmal allen Freunden an dieser Stelle!

Ihr macht, egal für wen, das angeln zu dem was es ist!

 


 

                                                       Gemeinsam ist es am schönsten!

Der Kreis wird Größer

 

Durch diesen obengenanten Freundeskreis bin ich dann vor über 5 Jahren auf unser Forum gestoßen! „Carphunter.at“ eröffnete für mich ein neues Zeitalter der Angelei. Ich trat somit in die Szene ein die ich bis Dato noch nicht kannte. Als ich dann noch als Moderator tätig geworden bin stand ich plötzlich in der Schusslinie oder doch im Rampenlicht?Hier ist dann der Punkt erreicht wo sich die Geister scheiden. Die einen die meinen wozu braucht man so ein Forum?  Und die andere Seite die nie genug bekommt von diesem Internetkarpfenangeln. Sei es wie es sei, es gehört zum modernen Dasein dazu wie ein Funkbissanzeiger der weit über die 200 Metermarke Signale überträgt. Ich für meinen Teil bin sehr froh über solche Plattformen, denn sie haben mir schon sehr viele schöne Stunden beschert und viele neue Freunde gebracht. Ein Beispiel gefällig? Gerne hier Nummer eins:
Es war spät im Jahr. Markus einer von diesen Jungs die von Anfang an im Board ihr Unwesen trieben schrieb mich an um mit mir eine so genannte „Kennenlernsession“ zu unternehmen. Ich sagte zu und wir trafen uns auf dem im Vorhinein ausgemachten Wasser. Schnell waren wir in ein Gespräch vergangener Tage verwickelt. Wir angelten vom Nachmittag bis zum nächsten Tag und schliefen dabei gleich mal im gleichen Zelt. Wir fingen Fisch um Fisch was uns natürlich gleich noch näher brachte. Irgendwie hatte ich die Vorahnung dass dies nicht das letzte mal war das wir uns gesehen haben. Und ich sollte recht behalten. Er hatte damals eine kleine Scharr um sich die er web-fishing specimen-club nannte! Ich wurde Mitglied in diesem Verein der sich mittlerweile Carp-Society-Austria nennt. Über dies hinaus ist Markus seit geraumer Zeit Eigentümer eines Angelshops und einer Baitfirma namens „Get the Big one“ in dem ich als so genannter „Helfer“ ihm mit Rat und Tat und all meiner Kraft zur Seite stehe. Ach ja,  er ist mittlerweile mein bester Freund. Beispiel zwei:
Das Forum wuchs zu einer Größe welche wir selbst nicht für möglich hielten. Das ermöglichte uns an diversen Messen mit einem Stand teil zu nehmen.

 

 

                                                                            get the B!G one
 
Und genau das ist die zweite Geschichte. Es war in Passau beim großen Anglermarkt als ich ein paar Typen aus Frankenthal kennen lernen durfte! Sie erzählten von einer Party die jedes Jahr stattfindet. Mit super Leuten, Fußballturnier und Coolen Sounds von Livebands. Ich sagte vorsichtig zu und organisierte eine Mannschaft. Im folgenden Sommer war es dann auch soweit. Ich trat die Reise erst alleine nach Frankenthal an um ein paar Tage zuvor noch mein Glück auf einem der wunderschönen Seen rund um Mannheim zu versuchen. Das Wochenende war dann auch schneller da als ich gedacht habe und meine Freunde aus Österreich standen plötzlich am Plan.

Leider verging auch das Wochenende viel zu schnell. Denn was ich dort erleben durfte waren prägende Momente für mein Leben. Dieses Event der Freundschaft verhalf mir zu so vielen neuen Bekanntschaften und Freundschaften! Einige waren neu die anderen wurden vertieft. Von der Rivalität Österreich-Deutschland war nicht ein Funken zu spüren. Dies zeigte mir dass wir doch alle gleich sind. Wir feierten und machten Party bis zum abwinken. Einfach herrlich diese Erinnerungen. Danke noch mal Jungs für diese Zeit mit Euch. Ich denke das dies ein großer Schritt war die Freundschaft zwischen den Österreichischen und Deutschen Anglern zu vertiefen.

Mittlerweile darf ich sehr viele Angler aus diesem Land zu meinen Freunden zählen.

 

Es muss auch gefeiert werden



Ich denke wenn man offen für neues ist, Akzeptanz groß schreibt und ein fröhliches Gemüht hat ist es sehr einfach neue Freunde kennen zu lernen. Ich durfte in den letzten Jahren viele solche Stunden erleben. Unser Ideal ist es am Wasser so leise und unbemerkt wie nur möglich zu sein. Doch in jedem von uns steckt ein Geist der mal gerne alles raus schreien möchte. Und wo geht das besser als in einer Disco, einem Fest oder auf einer Party mit Freunden, um zu feiern bis es keinen Morgen mehr gibt?! Jeder kann das, der eine mehr der andere weniger.

„Ich lebe für die Nächte an die ich mich nicht erinnern kann, mit Freunden die ich nie vergessen werde“! Dieser Spruch steht seit der Party in Frankenthal in meinem Schirm und jedes mal wenn ich darunter liege schwelge ich in Erinnerungen.

Ab ans Wasser…alleine? Nein wenn es geht immer mit einem Freund!

Wenn es nicht anders geht dann bin ich alleine am Wasser. Dies ist aber eher selten. Wenn doch dann meist nur eine Nacht. Meistens hat aber immer wer von den üblichen Verdächtigen Zeit! Dann ist es für mich am schönsten. Ich bin ein Mensch der gerne Leute um sich hat. Und zu zweit ist es doch immer angenehmer. Egal ob man sich Geschichten erzählt, gemeinsam seine Montagen ausbringt oder das gefangene Schuppentier zu einem Fototermin bittet. Wie schrieb Marco Beck in seinem Bericht…geteilte Freude ist doppelte Freude. Und das kann ich bei den wenigen schwarzen Schafen die es doch gibt nicht verstehen. Fischneid, ein Wort das es in meinem Freundeskreis nicht gibt. Es gibt doch nichts Schöneres als sich mit seinem Freund über das Gefangene und Erlebte zu freuen. Ich erinnere mich gerne an meinen ersten Cassientrip mit Klaus zurück. Wir waren über den Jahreswechsel in Frankreich. Klaus konnte einen Karpfen landen. Ich ging leider leer aus! Doch den Fisch haben „wir“ gefangen. Es war zwar sein Gerät, sein Boilie und sein Spot doch nach Hause sind wir mit einer unglaublichen Erinnerung und einem Fisch als Trophäe auf der Cam gefahren. Fischneid nein Danke. Einmal läuft es bei mir und einmal bei meinem Angelpartner besser! Doch die Freude wird immer die gleich große sein! Der Eine denkt so der Andere so, doch ich meine wenn man eine freundschaftliche Einstellung hat geht vieles um einiges leichter. Nicht stur „Ich“ sondern „Wir“.

 

Danke Cassien

 

Freude über das Gefangene teilen oder doch schweigen?


Ich frage mich all zu oft warum es Leute gibt die ihre Fänge geheim halten? Ich versuche es anhand eines Beispiels zu erklären. Es gibt überall Gewässer wo es eben ein paar wenige Angler gibt die selbiges beangeln dürfen. Aus welch einem Grund auch immer. Sei es jetzt Glück, purer Zufall oder man kennt den Besitzer aus vergangenen Tagen sehr gut und erlaubt ihm an diesem ach so Magischen Gewässer die Schätze zu suchen. Ich kenne einige solche Jungs die so ein Glück haben. Irgendwann taucht plötzlich ein Foto auf wo ein richtig schwerer Fisch in den Händen des Fängers X-Y liegt. Man fragt dann ganz heimlich still und leise wo er diesen Bombenfisch gefangen hat. Darauf kommt meist nur ein Schulterzucken oder ein „Wenn ich dir das sage muss ich dich töten“! Bin ich im falschen Film? Soll er ihn doch auf dem einen Magischen Gewässer gefangen haben, ich werde dort vermutlich nie angeln, A weil ich mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht das „Glück“ habe den Besitzer zu kennen, oder B weil es dort ohnehin keine Lizenzen gibt und ich es mir nicht antue dort „schwarz“ meine Montage auszubringen. Im Gegenzug freue ich mich mit ihm, hat er doch einen unglaublich schönen Fang gemacht zu den man ihm nur Gratulieren kann. Bei mir gibt es keine Geheimnise. Ich gehe angeln, fang meine Fische und wer etwas wissen will soll zu mir kommen und er bekommt die Infos die er haben möchte. Gewässer gibt es schließlich genug. Ich freue mich über meinen Fang und wenn der Angelkollege oder Partner den Fisch begutachtet und sich freut über meine Trophäe, dann ist der Optimalfall eingetreten. Geteilte Freude ist doppelte Freude! Vielleicht sollte ein jeder einen Tick mehr Toleranz zeigen, dann würden viele Dinge nicht so eng gesehen werden und es gebe nicht ewig die Diskussionen über gefangene Fische, nicht gefangene Fische und andere Vorfälle die hüben wie drüben passieren!


 

Dieser brachte 17,6kg auf die Waage

 

Danksagung, Segen und Amen…

Zu guter Letzt möchte ich gerne einen Blick nach vorne werfen. Wie steht es um unser Hobby? Sind wir nicht alle schon längst bei den „Normalbürgern“ angezählt? Die wilden Angler am See, Lärm, Müll, Alkohol und Party!  Leider gibt es immer wieder Meldungen über solche Exzesse.

 

 

 

Der Blick nach vorne, wie geht es weiter?

 

Diese reichen zwar nur selten über die Landesgrenzen hinaus, doch regional bereiten sie, vor allem am jeweiligen Gewässer immer wieder Probleme. Ich hoffe das sich der ein oder andere einmal bei der Nase nimmt und erst denkt bevor er handelt. Das könnte dem ganzen Karpfenanglerzirkus vieles ersparen und die teilweise schon sehr strengen Regeln nicht noch strenger werden lassen. Irgendwann werden viele Paradiese für uns einfach nicht mehr zugänglich sein. Doch zu den Kontras gibt es auch jede Menge Pros. Ich denke hier speziell an das Gott sei Dank schon weit verbreitete „Catch & Release“ angeln. Solche Fänge wie Heute wären vor 20-30 Jahren nicht möglich gewesen. Klar wurden auch damals schon sehr große Fische gefangen. Doch diese waren die Ausnahme. In der Jetztzeit hört man ja schon fast täglich von 30+Fischen. Und wenn dann wieder mal ein Englischer Pro auf einen französischen See einen Fisch mit über 40kg fängt hält man hierzulande auch nicht mehr wirklich den Atem an! Grund ist wie gesagt das Denken von sehr vielen Anglern die Kreatur Karpfen mit höchstmöglichem Respekt zu behandeln und die Fische nach dem Fang wieder dorthin zu entlassen wo er sich am meisten wohl fühlt.

 

 

 

Catch & Release für eine gute Zukunft

Sehr positiv finde ich auch, dass immer mehr Jugendliche dieses Hobby frönen. Sie lernen in der Natur zu leben, das Wesen Tier zu schätzen und hängen nicht ständig in irgendeiner Disco herum und stopfen sich die Körper mit legalen oder leider auch immer wieder illegalen Drogen voll. Auch wenn es ein paar wenige Karpfenangler der ersten Stunde nicht hören und sehen wollen. Ich denke es ist besser so als andersrum. Doch wie überall soll sich jeder sein eigenes Bild über das aktuelle Geschehen machen. Ich denke es ist gut so wie es jetzt ist. Ich kann im „gelobten Land Österreich“ fast überall noch meinem Hobby nachgehen wie ich es mir vorstelle. Ich gehe angeln wann ich will und wo ich will. Mit wem ich gehe entscheide ich Gott sei Dank auch noch selbst und  wie ihr wisst bestimmt nicht alleine!

In diesem Sinne allen viele schöne Stunden zu zweit oder auch alleine, am Wasser oder beim Feiern auf der Party. Wichtig ist nur mit seinem Angelkollegen…mit seinem Freund den man nicht mehr missen möchte!

 

 

                           Der Grund für unser Tun                                              Die wahre Schönheit liegt im Augenblick
 
 
 
Euer Pirsti